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Dieses Thema hat 114 Antworten
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 Regionalflughafen Memmingerberg (themenbezogen, z.Z. nur lesen)
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Gelöschtes Mitglied
Beiträge:

15.12.2008 20:35
Airport will Buchberger den Mund verbieten Zitat · antworten
um nochmal klarzustellen. ich bin kein airportbeführworter, aber auch kein gegner. bin selber noch nie geflogen und habe es auch nicht vor. aber eine wollte ich schon immer mal loswerden. als die unterschritenaktion gegen den flughafen lief sind meine nachbarn und ich von gewissen personen schon etwas unter druck gesetzt worden um eine unterschrift abzugeben. und das von leuten die jetzt regelmäßig den airport nutzen. und mit argumenten wie, wenn du nicht unterschreibst beommst du kein geld falls es mal zahlungen von staat für lärmschtz oder der gleichen gibt und dass der grundstückspreis um 50 prozent fällt. das ist ja wohl gelogen. oder? wenn es zahlungen gibt dann für alle. da könnte ja der airport sagen wer nicht unterschreibt bekommt einen freiflug. da wären bestimmt nicht ein viertel der unterschriften zusammengekommen. ich habe auch unterschrieben, aber nur der umwelt zu liebe. und wenn ich von leuten höre wir hatten mit der umwelt keinen erfolg beim klagen jetzt versuchen wir es von der finanziellen seite. da kann ich manchen (auch bürgermeister) nicht verstehen.
man sollte schon beim eigentlichen bleiben und das ist und bleibt die umwelt. rein finanziell ist das ganze eh ein gewinn für vater staat und der lässt sich die butter nicht vom brot nehmen. und auch eure umfrage wird wohl so nicht ganz stimmen. ich glaube nicht das nur 11 von 55 personen nicht nach mallorca geflogen wären wenn es den aap nicht gegeben hätte. mag sein dass das bei einem köln-flug so ist, aber bestimmt nicht bei den urlaubszielen. da werne nahezu 100 rozent sagen das sich auch von wo anderst geflogen wären. also macht weiter, aber mit überlegung. und versucht die leute nicht zu zwingen sondern bringt sie mit den richtigen argumenten zum überlegen. das das nicht mit zornesroter birne wenn ihr mal mit einem beführworter diskutiert. sonder einfach und überzeugend dann könnte es doch eher was werden. gruß
Spiderman Offline

Mitglied

Beiträge: 150

15.12.2008 20:44
Airport will Buchberger den Mund verbieten Zitat · antworten
Das artet ja richtig in Arbeit aus... Also:
Thema Grundstücke: Der Knackpunkt dürfte sein, ob das Grundstück überhaupt zum Verkauf steht, vor allem bei gefallenen Preisen. Ein Verpächter, dem das Wasser nicht gerade bis zum Hals steht, wird sich das wohl dreimal überlegen. Wer sein Grundstück für (meist) 99 Jahre verpachtet, hat dafür sicher seine Gründe. (Auf das „Stimmt’s?“ verzichte ich hier.) Ist aber OT. Ich bleibe dabei: Der Wertverlust von Grundstücken und Immobilien ist eine der negativen Begleiterscheinungen des Flughafens.

Der Staat hat durch den Flughafen direkt oder indirekt Steuereinnahmen – klar. Wie bei jedem anderen Wirtschaftsunternehmen auch, das ebenso Arbeitsplätze geschaffen hätte. Das wurde schon tausendmal gesagt (und ebenso oft ignoriert) und braucht mittlerweile weder in der einen noch der anderen Richtung diskutiert zu werden, weil der FH ja nun mal Fakt ist. Interessant wäre aber, wie viele der knapp 50 Arbeitsplätze Jobs auf 400-Euro-Basis sind. Es scheint ein erheblicher Prozentsatz zu sein. Der Herr Schultz hat sich dafür in der Zeitung mal selbst auf die Schulter geklopft, weil das ja „genau das ist, was viele Frauen suchen“. (Ob er in seiner eigenen Firma hinsichtlich Teilzeitjobs auch so entgegenkommend ist?). Auch darüber, wie viele der (Vollzeit!-)Stellen tatsächlich mit ehemals Arbeitslosen besetzt wurden, habe ich keine gesicherten Erkenntnisse. 20, wie in einem der Postings genannt? Aber auch das ist eigentlich kein flughafenspezifisches Problem.
Eine fast schon revolutionöre Nebenerkenntnis ist, daß es den Normalbürger unter bestimmten Voraussetzungen plötzlich interessiert, daß der Staat seinen Reibach macht. Lautes Murren angesichts der doch schon bei Normalverdienern recht heftigen Differenz zwischen Brutto und Netto auf der eigenen Gehaltsabrechnung. Aber um letztendlich billige und schnell erreichbare Flüge zu rechtfertigen, ist das ein Argument. Wie wär’s mit einer (nationalen) Kerosinsteuer?

Die Sache mit der geringeren Umweltbelastung wegen entfallender Fahrten nach München oder Stuttgart scheint mir etwas kurz gesprungen. Dieses „Argument“ setzt voraus, daß alle Passagiere wirklich aus der unmittelbaren Umgebung des Airports kommen, das ist ja wohl definitiv nicht so. Auf den ersten Blick würde das dann stimmen. Aber nicht nur jeder Kilometer, den ein Passagier nach Memmingerberg fahren muß, verschiebt das Ergebnis zuungunsten der Behauptung. Um den Schadstoffausstoß eines Fluges zu einem Ziel, das auch von einem der umliegenden Flughäfen aus angesteuert wird (und das ist hier praktisch bei jedem Ziel der Fall), durch Autoabgase zu übertreffen, müssten es die Passagiere schon sehr weit zu ihrem Abflugort haben. Und bekanntlich kommen nicht alle mit dem Auto. Soviel auch gleich zum Posting vom 14.12., 13.19 Uhr. FMM stellt nur zusätzliche Flüge zu Zielen bereit, die auch von mindestens einem der umliegenden Flughäfen aus erreichbar sind. Nur mit dem dichtmachen wird’s wohl nix werden...

Daß in Warteschleifen oder wegen ungünstiger Routenführungen Unmengen von Kerosin verbraucht werden ist unbestritten. Diese Probleme lassen sich aber nicht dadurch lösen, daß jede Provinzpiste zum Flughafen ausgebaut wird, von denen aus wieder zusätzliche Flüge starten. Wie „dicht“ die genannten Flughäfen tatsächlich sind, ist mir nicht genau bekannt. Als Ausweichflughafen scheint FMM zum Glück für die Anwohner entweder nicht benötigt zu werden oder nicht geeignet zu sein.

Angesichts mangelnder Repräsentativität hätte ich die Forum-Umfrage hier nicht aufgeführt. Aber bitte: Wenn 44 von 55 Teilnehmern an der Umfrage nicht geflogen wären, dann sind das 80%, anstelle der für dieses Jahr zu erwartenden 450000 Paxe wären das dann nur 90000. Ob die 80% realistisch sind oder nicht sei dahingestellt, aber daraus zu schließen, daß der Flughafen unbedingt gebraucht würde, geht am Thema vorbei. Zwischen „geweckten Bedürfnissen“ und „echtem Bedarf“ gibt es einen himmelweiten Unterschied. Mit niedrigen Preisen werden also viele Passagiere in die Flieger „gelockt“, was unter umweltechnischen Gesichtspunkten nicht der richtige Weg sein kann. Die schon erwähnte nationale Kerosinsteuer könnte hier durch die Verteuerung der besonders umweltschädlichen Kurzstreckenflüge wahrscheinlich schon etwas bewirken.

Der folgende Satz gehört eigentlich ins „Goldene Buch“ dieses Forums:

Quote:

rein umwelttechnisch bin ich echt gegen das fliegen in memmingen aber wirtschaftlich gesehen ist es echt gut.



Das eigentliche Problem wird perfekt auf den Punkt gebracht. Da stelle ich doch mal den ersten Satz vom zweiten Absatz in meinem letzten Posting dagegen.
Gelöschtes Mitglied
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15.12.2008 21:00
Airport will Buchberger den Mund verbieten Zitat · antworten
autofahren ist rein umwelttechnisch gesehen nicht gut, aber rein wirtschaftlich gesehen echt gut. was wäre unsere wirtschaft ohne autos?
Gelöschtes Mitglied
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16.12.2008 15:13
Airport will Buchberger den Mund verbieten Zitat · antworten
Schon verwunderlich mit welchen nachweislich falschen Informationen hier hantiert wird und welche schlimmen Rechenfehler gemacht werden.

1.) Die Zahl von 500.000 Passagieren gilt nicht pro Jahr sondern seit Eröffnung und ist wohl etwas zu hoch gegriffen. Ralf Schmid ist bekannt dafür, dass er gern mal auf die nächsten Hunderttausend aufrundet, um den Allgäu-Airport besser aussehen zu lassen. Zudem werden auch die Passagier mit gerechnet, deren Flugzeug aus Sicherheitsgründen nach Friedrichshafen umgeleitet wurde, wie vorgestern wieder einmal geschehen.

2.) Laut einer Studie der DLR beträgt bei TUIfly im Low-Cost-Bereich der Durchschnittspreis 47,67 Euro pro Ticket. Durch die vielen Schnäppchenangebote von 19,90 Euro zur Eröffnung, dürfte der Durchschnittspreis in Memmingen wohl eher bei 45 Euro liegen.

3.) Der Mehrwertsteuersatz beträgt 19% und wird nur bei Innlandsfügen erhoben. Durch die vielen Urlaubsflüge während des Sommers sind vermutlich nur 50% der Flüge mehrwertsteuerpflichtig.

4.) Ein Teil der Fluggäste wäre auch von einen anderen Flugplatz aus geflogen d.h. die Passagiere hätten Steuern bezahlt, auch wenn es den Allgäu-Airport nicht geben würde. Da die im Forum vorhanden Umfrage nicht repräsentativ ist nehme ich eine Zahl von 50% an.

Die Rechnung sieht also wie folgt aus:
500.000 Passagiere * 45 Euro * 19% * 50% * 50% = 1.068.750 Euro Mehrwertsteuer


Der Freistaat Bayern hat dem Flugplatz bereits Zuschüsse in Höhe von 7,6 Millionen Euro gegeben und vom Regierungsbezirk Schwaben, den Landkreisen und Städten des Allgäus kamen bis jetzt noch mal 3 Millionen Euro dazu, was sich auf 10,6 Millionen Euro summiert.

Das heißt im Klartext bisherigen Subventionen aus Steuergeldern in Höhe von über 10 Millionen Euro stehen gerade einmal bisher erzielte zusätzlichen Mehrwertsteuereinnahmen von 1 Million Euro entgegen.


Hinzu kommen noch andere Fakten:

1.) Die Gesellschafter haben 3 Millionen Euro in den Flughafen gesteckt, die ansonsten mit dem für Unternehmen geltenden Steuersatz von 45% belastet worden wären. Dem Staat gehen also weitere 1,35 Millionen Euro Steuern verloren.

2.) Es werden laufend weiter Steuergelder in den Flughafen gesteckt. Die Regierung in Schwaben hat bereits 337.000 Euro Zuschuss für den Allgäu-Airport genehmigt und auch der Freistaat Bayern wird für den Bau einer neuen Rollbahn und der Startbahnverbreiterung vielen Millionen Euro bezahlen.

3.) Extra als Flughafenzubringer wird eine neue Straße mit Steuergeldern gebaut, die über 3 Millionen Euro kostet.

Für den Staat und volkswirtschaftlich gesehen ist das ein gewaltiges Verlustgeschäft! Jede andere Aussage ist schön gerechnet oder gelogen.
Gelöschtes Mitglied
Beiträge:

16.12.2008 16:36
Airport will Buchberger den Mund verbieten Zitat · antworten
1. ich wusste gar nicht das es dieses jahr eröffnungsangebote für fmm gab.
2. auch privatflieger und übungsflüge zahlen gebühren.
3. ihr veröffentlicht nicht repräsentative umfragen?
4. die investitionen der gesellschafter in den flughafen sind nach steuerumsatz der firmen (gesellschafter) geflossen.
5. für flüge die nach fdh umgeleitet werden muss dort steuer gezahlt werden.
6. tuifly liegt in fmm über dem durschnittspreis von 47,67 euro.
7. eine umgehungsstrasse zum neuen industriegebiet wäre wohl auch ohne airport nötig gewesen. lkw zu und ablieferung.
8. material, arbeitszeit und gewinne der unternehmen die am airport mitgebaut haben und werden sind auch verteuert.
8. erhalt pflege und unterhalt der gebäude und anlagen des heutigen airports würde auch einige mios verschlingen.
9. da die prkgebühren oft teurer sind als die flüge selber werden auch hier einge euros an steuern eingenommen.
10. warum sollten auslandsflüge gar nicht versteuert sein? die in fmm erhobenen landegebühren werden in deutschland versteuert.
muss jetzt zur arbeit und schreibe morgen weiter bis dann.....
Spiderman Offline

Mitglied

Beiträge: 150

16.12.2008 17:31
Airport will Buchberger den Mund verbieten Zitat · antworten

Quote:
autofahren ist rein umwelttechnisch gesehen nicht gut, aber rein wirtschaftlich gesehen echt gut. was wäre unsere wirtschaft ohne autos?



Es geht hier auch nicht darum, das Fliegen abzuschaffen oder zu verteufeln, sondern um die sinnvolle Verwendung. Und Ein-Tages-Spaßreisen mit dem Flugzeug sind nun mal für die Umwelt kontraproduktiv. Fahrten mit dem Auto zum 200m entfernten Bäcker auch.
Nein Danke Offline

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Beiträge: 138

16.12.2008 19:03
Airport will Buchberger den Mund verbieten Zitat · antworten
Hier ist ja tatsächlich mal wieder was los - ich hätte nicht mehr damit gerechnet.
Da wurden eben 10 oder besser gesagt 11 Punkte gepostet, die z.T. in verschiedener Hinsicht geklärt werden sollten:

Quote:
1. ich wusste gar nicht das es dieses jahr eröffnungsangebote für fmm gab.
2. auch privatflieger und übungsflüge zahlen gebühren.
3. ihr veröffentlicht nicht repräsentative umfragen?
4. die investitionen der gesellschafter in den flughafen sind nach steuerumsatz der firmen (gesellschafter) geflossen.
5. für flüge die nach fdh umgeleitet werden muss dort steuer gezahlt werden.
6. tuifly liegt in fmm über dem durschnittspreis von 47,67 euro.
7. eine umgehungsstrasse zum neuen industriegebiet wäre wohl auch ohne airport nötig gewesen. lkw zu und ablieferung.
8. material, arbeitszeit und gewinne der unternehmen die am airport mitgebaut haben und werden sind auch verteuert.
8. erhalt pflege und unterhalt der gebäude und anlagen des heutigen airports würde auch einige mios verschlingen.
9. da die prkgebühren oft teurer sind als die flüge selber werden auch hier einge euros an steuern eingenommen.
10. warum sollten auslandsflüge gar nicht versteuert sein? die in fmm erhobenen landegebühren werden in deutschland versteuert.
muss jetzt zur arbeit und schreibe morgen weiter bis dann.....



1. Du mußt genauer lesen. Die 500000 Paxe beziehen sich auf die Zeit seit der Eröffnung. Und weil im weiteren auch mit 500000 Passagieren berechnet wurde, ist es völlig korrekt, auch die damaligen Eröffnungsangebote mit einzubeziehen.
3. Solange niemand das Ergebnis als unumstößliche Tatsache verkauft, ist das nicht verboten.
4. Welche Firma setzt Ihre Investitionen nicht von der Steuer ab? Keine Ahnung, ob die o.g. Zahl richtig ist, auf jeden Fall wirken Investitionen steuermindernd. Ebenso wie z.B. Verlustvorträge und andere Feinheiten des Steuerrechts, die Unternehmen nutzen können.
6. Quelle?
7. Daß ich das noch erleben darf ! Hätte man also doch auch ohne Flughafen ein Industriegebiet ansiedeln können?Offenbar ein sehr gut florierendes, wenn für die LKW wohl gleich eine Umgehungsstraße gebaut würde, was ich für pure Spekulation halte. Aber wenigstens Abends und am Wochenende wäre Ruhe.
8(1). Auch am Industriegebiet aus Punkt 7 hätten Unternehmen mitgebaut...
10. Noch mal: Genauer lesen. Es war lediglich von der MwSt. auf die Tickets die Rede.

Gelöschtes Mitglied
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16.12.2008 21:11
Airport will Buchberger den Mund verbieten Zitat · antworten
ok gebe mich geschlagen. aber persönlich angelogn wurde ich bis nur von airportgegner seite. von wegen lärmschutzzahlungen nur für unterschreiber.
sätesten nach einem jahr macht der aap wieder dicht weil kein potenzial da ist.
keine sorge ich fliege auch weiterhin nicht. aber ihr solltet wirklich mal überlegter vorgehen. oder nicht.
Nein Danke Offline

Mitglied

Beiträge: 138

16.12.2008 22:49
Airport will Buchberger den Mund verbieten Zitat · antworten
Und ich war der Meinung, daß hier ein überzeugter Flughafen-Fan am Werk war...
Daß manche Unterschriftensammler solche Methoden angewandt haben, ist wirklich starker Tobak. So geht das einfach nicht, selbst wenn auch die andere Seite mit - vorsichtig ausgedrückt - z.T. sehr fragwürdigen Behauptungen gearbeitet hat. Was die Prognosen zur Lebensdauer der Flughafens angeht, würde ich das allerdings nicht als Lüge bezeichnen. Mit so einem Hype hat nichtmal der Betreiber gerechnet.


unternehmer Offline

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18.12.2008 00:28
Airport will Buchberger den Mund verbieten Zitat · antworten
Die ganzen Steuer und Arbeitsplatz-Betrachtungen sind interessant zu lesen. Aber mehr Steuern durch den Flughafen nimmt der Staat nur dann ein, wenn das Geld sonst unter dem Kopfkissen liegen würde.

Machen wir doch einmal ein Beispiel:

Ein Mallorca-Flug für 2 Personen über das Wochenende (Do bis So) bringt 0,0 Euro Mehrwertsteuer und 0,0 Euro Mineralölsteuer. Das Geld das in Mallorca ausgegeben wird bringt 0,0 Euro Einkommensteuer und 0,0 Euro MWSt.

Er bringt pro Person 530 kg CO2.

Die Flughafengebühren bringen weder Einkommensteuer noch Mehrwertsteuer, da die MWSt gegen die Vorsteuer bei Bau und Unterhaltskosten verrechnet wird (sind erheblich höher als die Einnahmen und kommen größtenteils aus unversteuertem Staatsgeld) und außerdem keine Gewinne anfallen.
Die darüber hinaus ggf. anfallenden Verluste mindern die Einkommensteuerschuld der Betreiber. Also ein Steuersparmodell für die Betreiber, denn auf der anderen Seite gehören denen ja in einer zweiten Gesellschaft die Flugplatz-Grundstücke, die sie für billigstes Geld vom Staat erworben haben und die jetzt z.B. durch eine Umgehungsstraße aufgewertet werden.

Was könnte man mit seinen 400 Euro machen, wenn man nicht nach Mallorca fliegen wpüde und die Euros nicht unterm Kopfkissen verschimmeln lassen wollte.

Statt dessen 1 Wochenende mit dem Auto nach Oberstdorf bringt für die Fahrt knapp 10 Euro Mineralölsteuer, 3 Euro MWSt und für das Hotel (2* 300 Euro für 3 Nächte) 150 Euro Einkommensteuer (knapp 30 % Steuersatz) und knapp 100 Euro MWSt. Dann noch so vielleicht 50 Euro Steuern auf Essen, Eintritte und Souvenirs.
Außerdem bringt dieses Wochenende rund 30 kg CO2.

Die CO2-Daten habe ich bei www.goclimate.de ermitteln lassen (Startflughafen München, da der Flughafen Memmingen dort nicht existiert)


Zusammengefasst:
Mallorca 1.060 kg Co2 und 0 euro Steuern
Oberstdorf 30 kg CO2 und 300 Euro Steuern


Ist doch schön, dass mit einem Wochenende in Obersdorf fast eine 400-Euro-Kraft am Flughafen bezahlt werden kann. Das ist wichtig, denn der stärkt ja unsere Steuerkraft.....:-)
Gelöschtes Mitglied
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18.12.2008 12:50
Airport will Buchberger den Mund verbieten Zitat · antworten
Alle die hier glauben, dass ein Regionalflughafen wirtschaftlich sinnvoll ist, sollen doch bitte die Studie der Deutschen Bank lesen, die zum Schluss kommt dass der Ausbau von Regionalflughäfen unnötig ist und eine Verschwendung von Steuergeldern darstellt.

http://www.dbresearch.de/PROD/DBR_INTERNET_DE-PROD/PROD0000000000192158.pdf
Gelöschtes Mitglied
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21.12.2008 20:13
Airport will Buchberger den Mund verbieten Zitat · antworten

Danke für den Hinweis.
Insbesondere der letzte Absatz ist natürlich interessannt. Privates Kapital und private Betreiber werden ausdrücklich als Motoren für einen wirtschaftlichen Betrieb genannt.

Leute, wenn man schon solche (veralteten) tollen Berichte zitiert, sollte man diese auch zu Ende lesen.

Wer glaubt dass die Deutsche Bank als Investor in Frankfurt und Lufthansa neutrale Berichte schreibt der glaubt wohl auch an den Weihnachtsmann -

na dann - schöne Weihnachten!
Gelöschtes Mitglied
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21.12.2008 21:26
Airport will Buchberger den Mund verbieten Zitat · antworten
Von veraltet kann keine Rede sein. Das Gutachten stammt vom November 2005, die Änderungsgenehmigung für Memmingerberg vom Juli 2004.
Der Satz, den du hier so frei zitierst und der für dich offensichtlich den gesamten Inhalt des Berichtes uninteressant macht, sagt nichts weiter, als dass privates Engagement effizienter arbeitet als "Beamtenschlendrian". Das ist letzlich bei allen Unternehmen so. Den letzten Satz im Gutachten halte ich allerdings für gewagt: "Insbesondere gehen dann eventuelle Verluste nicht zu Lasten der Steuerzahler." Bisher gab es noch immer Zu- und Nachschüsse von der öffentlichen Hand. Spätestens wenn mit dem Verlust von Arbeitsplätzen gedroht wird.
Glücklicherweise braucht der wirtschaftliche betrieb von fmm kein Diskussionsthema mehr zu sein. In 1-2 Jahren wissen wir mehr.
Gelöschtes Mitglied
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29.12.2008 16:05
Airport will Buchberger den Mund verbieten Zitat · antworten
Auch wenn die Studie schon 3 Jahre alt ist, sind die Aussagen nach wie vor gültig: Der Allgäu-Airport ist in erster Linie ein Prestigeobjekt für „Regionalfürsten“. Memmingens Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger schafft es bei jeder Rede, egal um welches Thema es geht, hervorzuheben, wie wichtig der Flugplatz ist und wie stolz er darauf ist. Auch Landtagsabgeordneter und ex Landwirtschaftsminister Josef Miller spricht mit stolz geschwellter Brust vom Flughafen und seinem Engagement dafür.

Die wahren Hintergründe, warum es den Allgäu-Airport gibt, wurden hier noch gar nicht diskutiert. Die Memminger Unternehmer, die Gesellschafter des Allgäu-Airports sind, stellen sich gern als Wohltäter für die Bürger hin. In Wirklichkeit ging es nur darum, durch den Flugbetrieb die Kontrolle über das Flugplatzgelände zu bekommen. Dadurch können sie verhindern, dass sich andere Betriebe ansiedeln, die ihnen direkt Konkurrenz machen oder Arbeitskräfte mit höheren Löhnen abwerben. Durch den Allgäu-Airport werden Ansiedlungen von Betrieben eher behindert als gefördert.
Gelöschtes Mitglied
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02.01.2009 15:20
Airport will Buchberger den Mund verbieten Zitat · antworten
Jetzt kommt wieder das alte Märchen von den bösen Unternehmern, die nur Konkurrenz abhalten wollen, damit sie ihre schlecht bezahlten Arbeiter halten können. Nur zur Erinnerung, zum Zeitpunkt der Planung des Flughafens hatten wir in Deutschland, auch in Memmingen, Hohe Arbeitslosenzahlen und Lehrstellenknappheit. Und wenn sich ein Unternehmer in Memmingen niederlassen will, gibt des am Autobahnkreuz die besseren Flächen ohne Altlasten.
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