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Dieses Thema hat 114 Antworten
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 Regionalflughafen Memmingerberg (themenbezogen, z.Z. nur lesen)
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Gelöschtes Mitglied
Beiträge:

08.01.2009 20:25
Airport will Buchberger den Mund verbieten Zitat · antworten
Fällt Ihnen am Industriegebiet Nord in Memmingen nichts auf bei der Art der ansässigen Unternehmen? Obwohl es sich am Autobahnkreuz um das zweitgrößte zusammenhängende Industriegebiet Schwabens handelt, gibt es keinen einzigen Industriebetrieb der Metall- oder Elektrobranche.

Die Gründungsmitglieder der jetzigen Allgäu Airport GmbH & Co. KG gehören überwiegend der Metall- und Elektrobranche an d.h. auch im Industriegebiet Nord war die Lobby der Memminger Unternehmer aktiv.


Im Jahr 2001 wurde aufgrund von Umstrukturierungsmaßnahmen der Bundeswehr die Schließung des Militärflugplatzes beschlossen.

Als ebenfalls im Jahr 2001 BMW einen neuen Standort für ein Werk suchte, gingen in Memmingen Gerüchte um, dass das Flugplatzareal dafür geeignet sei. Bei den Unternehmern der Region begann deshalb das große Zittern, weil befürchtet wurde dass ihnen die Mitarbeiter in Scharen davonlaufen.

Direkt anschließend im Jahr 2002 wurde von den Unternehmern der Region die Allgäu Airport GmbH & Co. KG (damals noch unter den Namen Air und Park GmbH) gegründet, um das Flugplatzgelände unter ihre Kontrolle zu bringen.
Gelöschtes Mitglied
Beiträge:

08.01.2009 21:41
Airport will Buchberger den Mund verbieten Zitat · antworten
zu BMW: auch wenn damals irgendjemand Gerüchte in die Welt gesetzt haben soll, dass das jetzige Airportgelände für BMW in betracht käme; fakt ist, dass das Management von BMW seinerzeit ein Werk und damit einen neuen Standort für die neue 3er-Reihe suchte und Augsburg, Leipzig, Schwerin sowie zwei anderen europäische Standorte in der Endauswahl standen und Leipzig das Rennen machte.
Und für diesen Standort hat sich das BMW-Management entschieden. Habe selten eine so hanebüchene Meinung gehört, dass die Lobby der Memminger Unternehmer dies beeinflusst hat.
Wir sollten uns alle sehr, sehr glücklich schätzen, in Memmingen und Umgebung solch einen Mix mittelständischer Unternehmen, teilweise mit Weltruf zu haben, die als Arbeitgeber (vielleicht auch ihrer) für unser Leben und damit auch Wohlstand verantwortlich sind.
Auch sind es diese Unternehmer, die solche Projekt wie den AA stemmen - sicher auch mit Hilfe von Steuergeldern - na und.
Es braucht Pioniere.
Ich komme geschäftlich desöfteren in Deutschland rum und sie glauben gar nicht, wie wir - der Raum MM / Allgäu - für dieses Umfeld, auch verkehrspolitisch beneidet werden.
Und nochwas von der Mär, dass mit dem Allgäu Airport hiesige Arbeitsplätze verlagert werden: oft werden Geschäfte nur noch gemacht, wenn ein Teil der Produktion im Ausland stattfindet bzw. hier werden Arbeitsplätze im globalen Wettbewerb gesichert, weil Zulieferteile woanders günstig gefertigt werden können.
Nichts für ungut!
Gelöschtes Mitglied
Beiträge:

11.01.2009 18:01
Airport will Buchberger den Mund verbieten Zitat · antworten
BMW hatte leider nie ernstlich geplant nach Memmingen zu kommen, aber allein das Gerücht reichte aus, um die Memminger Unternehmer in Angst und Schrecken zu versetzen, so dass sie Maßnahmen ergriffen das Flugplatzgelände unter ihre Kontrolle zu bringen, was letztendlich funktioniert hat.

Ihre Aussage "Auch sind es diese Unternehmer, die solche Projekt wie den AA stemmen" ist schlichtweg falsch. Die Gesellschafter haben gerade einmal 3 Millionen Euro Eigenkapital aufgebracht, aber der Hauptanteil sind staatliche Subventionen von bis jetzt über 10 Millionen Euro.

Liebherr Aerotech als Marktführer für Flugzeughydraulik und Klimatisierung kann in Lindenberg ohne Flughafen riesige Wachstumsraten realisieren. Eurocopter in Donauwörth kann ohne Flughafen beste europäische Luftfahrttechnik herstellen. Im Jahr 2001, also kurz vor Gründung der Air und Park GmbH, hat Magnet-Schultz das Unternehmen PREFAG in Walzbachtal fernab von jedem Flughafen gekauft.

In eine Umfrage der Financial Times Deutschland unter 600 deutschen Top-Managern, nach den wichtigsten Standortfaktoren landete die Luftanbindung abgeschlagen auf Platz 16 von 19 möglichen Plätzen. Sogar der öffentliche Nahverkehr (Bus, Bahn) war mit Platz 14 besser positioniert und eine intakte Umgebung war mit Platz 4 auf einem Spitzenplatz. Ein guter Autobahnanschluss lag erwartungsgemäß auf Platz 1.

Die Hobbyflieger unter den AA-Gesellschaftern verwechseln wohl persönliche Vorlieben mit Notwendigkeiten für die Wirtschaft.

Generell begrüße ich das Engagement von Unternehmern, aber in Memmingen führen sich gewisse Unternehmer wie Fürsten auf und diktieren alle Entscheidungen. Dies höhlt unsere Demokratie aus und führt zurecht zu Politikverdrossenheit.
Gelöschtes Mitglied
Beiträge:

12.01.2009 22:04
Airport will Buchberger den Mund verbieten Zitat · antworten
Also ich les jetzt hier seit langem mal wieder und muss mich schon wundern was eigentlich diskutiert wird. Ich denke niemand hätte hier in MM einen Flughafen gebaut, wenn es nicht schon einen gegeben hätte.
Auch wenn BMW gekommen wäre (was nie wirklich zur Debatte stand). In einem Automobilwerk wird in der regel 3 Schichtig mit Samstags produziert. Dazu gibt es einen Bahnanschluss und einen LKW-Verkehr, der in Sachen Lärm und Umweltbelastung den des Flughafens in seiner heutigen Form deutlich überstiegen hätte.
Und zum Thema Steuern: Die einzige wirkliche Steuerverschwendung ist doch eigentlich das, was der Staat gemacht hat und immer noch tut. Die Millionen € die in den letzten 50 Jahren in den Flughafen investiert wurden hat man einfach zum Fenster rausgeworfen. Nach der Schließung lässt man einfach alles vergammeln. Eigentlich müsste man das Gelände wieder zurückbauen und in seinen ursprünglichen Zustand versetzen. Da reden wir dann aber wohl eher von Milliarden... Jetzt schlappe 10 Million beizusteuern, damit zieht sich der Staat verdammt billig aus der Affäre.
Und bringt jetzt bitte keine Bank-Gutachten. Dass Banken nicht wirklich in der Lage sind Urteile über ihre eigenen Investitionen zu machen haben die letzten Monate deutlich gezeigt...
Gelöschtes Mitglied
Beiträge:

18.01.2009 11:49
Airport will Buchberger den Mund verbieten Zitat · antworten
Die allerbilligste Methode wäre gewesen das Flugplatzgelände einfach ungenutzt liegen zu lassen. Ein Zaun führ ja sowieso drum herum, man hätte nur das Tor zusperren müssen und die Sache wäre erledigt gewesen. Keine Kosten, keine Abgase und kein Lärm!

Was soll das heißen die Kosten die der Staat in den letzten 50 Jahren in den Flugplatz investiert hat sind zum Fenster hinausgeschmissen? Der Flugplatz wurde doch die ganze Zeit intensiv militärisch genutzt und genau dafür wurden doch die Gelder verwendet. Ob das jetzt politisch und militärisch wirklich notwenig war sein dahingestellt.

Wie verschiedne Gutachten, unter anderem von der Lufthansa, zeigen, ist der ehemalige Militärflugplatz nicht besonders gut für den zivilen Flugbetrieb geeignet.
- Die Rollbahn ist auf der Südseite der Startbahn und damit auf der falschen Seite, da sie vom Terminalgebäude aus nicht direkt erreichbar ist.
- Die Startbahn ist zu schmal, so dass nach wie vor nur mit einer Ausnahmegenehmigung geflogen werden darf.
- Es gibt eine Reihe von Hindernissen z.B. Shelter, Hallen und der Tower, die zu nahe an der Startbahn stehen und ein Risiko darstellen.
- Der Höhenzug, auf dem sich der Ungerhausener Wald befindet, ist zu hoch und widerspricht internationalen Sicherheitsvorschriften.
- Das Abflugverfahren ist ziemlich kompliziert. Flugzeuge, die nach Osten starten müssen erst eine große Rechtskurve nach Süden fliegen. Nach einer vollständigen Drehung wird der Flugplatz dann noch einmal in nördlicher Richtung überflogen.
- Das Instrumentenlandesystem ist von der niedrigsten Kategorie und nur bei Westwind d.h. Anflügen aus Osten nutzbar.

Es hätte so viele sinnvolle Nutzungsmöglichkeiten ohne Flugbetrieb gegeben, die den Staat keine Steuergelder gekostet hätten, stattdessen haben fünf Unternehmer aus Memmingen und dem Unterallgäu, entgegen demokratischer Prinzipien mit aller Macht den Allgäu-Airport durchgesetzt.
tcomster ( Gast )
Beiträge:

05.06.2009 20:18
#81 Fluglärm, welcher fluglärm Zitat · antworten

Den Flughafen gibt es seit 1935. Wer wie Sie über 70 ist, hat sicher bemerkt, daß der Fluglärm sich massiv verringert hat, seit die US Streitkräfte den Flughafen verlassen haben.

Der aktuelle Lärm ist nur noch marginal hörbar. Jeder Straße oder Eisenbahnlärm ist da deutlich lauter.
In den 70ern war ziviler Fluglärm noch ein Problem. Bei den heutigen zivilen Flugzeugen ist das nicht mehr der Fall.
Fluglärm war gestern.

Bei meinem letzten Urlaub in Berlin, war mein Hotel direkt in der unmittelbaren Einflugschneise von Tempelhof(damals noch offen).

Ich habe bei offenem Fenster geschlafen. Wenn nicht ab und der Schatten eines Flugzeuges zu sehen gewesen wäre, hätte man dies gar nicht bemerkt. Straßenlärm und S-Bahn waren da deutlich lauter.

Es hat seinen Grund, wieso es in Berlin so viele Unterschriften gab, den Flughafen in der Stadt zu behalten, anstatt in in die Brandenburgische Pampa zu verpflanzen.

BTW, auch hier in Ulm fliegen ab und an Hubschrauber oder Flugzeuge über die Stadt. Dabei ist der nächste Flughafen ewig weit weg.

Zum Thema Umwelt.

Da die regionalen Passagiere sonst ab Stuttgart, Friedrichshafen oder München fliegen müssen ist es ökologisch sicher sinnvoller, diese unsinnige Anreise im Umweltschädling Auto zu vermeiden.

Es ist unsinnig zu glauben, daß eine Reise nach Mallorca nicht gemacht wird, nur weil man ab Stuttgart, Friedrichshafen oder München fliegen muß.

Memmingens Flughafengegner sind demnach für eine Zerstörung der Umwelt durch endlose Autoanfahrten.

Silenzio ( Gast )
Beiträge:

06.06.2009 16:57
#82 RE: Fluglärm, welcher fluglärm Zitat · antworten

Da müssen Sie aber ein anderes Gehör haben wie ich. Ich wohne in der nähe vom Klinikum Memmingen und wache beim Start des ersten Flugzeugs am Allgäu-Airport auf. Das ist leider eine unangenehme Tatsache.

Schauen Sie Sich doch bitte mal die Autonummern auf dem Parkplatz des Allgäu-Airports an. Da sind Autos aus der Schweiz und Österreich dabei. Fluggäste kommen offensichtlich auch aus München, Stuttgart und Friedrichshafen, obwohl es da auch Flugplätze gibt. Es gibt sogar eine ganze Reihe von Leute, die extrem weit z.B. bis aus dem Ruhrgebiet anreisen und dabei an den Flugplätzen Düsseldorf, Köln, Frankfurt und Stuttgart vorbeifahren, nur weil das Fliegen ab Memmingen so billig ist. Die Bewohnern von Memmingerberg .leiden nicht nur unter der Fliegerei, sondern auch unter dem sehr hohen Autoverkehr zum Flugplatz.

Das große Problem liegt darin, dass das Fliegen dank hoher staatlicher Subvention so billig ist. Geflogen wird steuerfrei, während man beim Autofahren und beim Zugfahren Mineralölsteuer, Ökosteuer und Mehrwertsteuer bezahlt. Wie eine Umfrage der Allgäu Initiative ergeben hat, ist der Hauptgrund für Flüge ab dem Allgäu-Airport der günstige Preis. Die vielen Tagesausflüge nach Berlin oder Hamburg würde es ohne den Allgäu-Airport nicht geben. Der Allgäu-Airport verursacht eine ganze Menge zusätzlichen Flugverkehr, der das Klima mehr schädigt als Autofahren.

Nein Danke Offline

Mitglied

Beiträge: 138

07.06.2009 20:58
#83 RE: Fluglärm, welcher fluglärm Zitat · antworten

Ich dachte schon, hier geht gar nichts mehr – aber für so ein absolut geniales Posting von tcomster hat sich die Wartezeit mehr als gelohnt. „Nur noch marginal hörbar“, „Fluglärm war gestern“: Einfach faszinierend. Respekt! (Die Rubrik „Messwerte“ unter http://www.dfld.de hält da einige Neuigkeiten für Dich bereit.) Warum befasst sich die Änderungsgenehmigung für FMM dann sehr ausführlich mit dem Thema Fluglärm? Warum behandelt z.B. der Flughafen Halle-Leipzig das Problem umfassend auf seiner Website? Warum werden Messungen gemacht? Klar – im Gegensatz zu den Bewohnern von Westerheim, Ungerhausen, Benningen und Memmingerberg hast Du in Ulm keine Probleme damit, auch wenn wir hier im Vergleich zu größeren Flughäfen noch gut dran sind. Rund 65 km bis Stuttgart, etwa 135 bis München – wahrlich „ewig weit“. Aber eben weit genug, um von irgendwelchem Fluglärm nichts mitzubekommen. Sicher fliegen in Ulm auch „ab und zu“ (der erste feine Unterschied zur näheren Umgebung von FMM) Flugzeuge und Hubschrauber über die Stadt, dann wohl aber in der Regel auch sehr deutlich über der für besiedeltes Gebiet vorgeschriebenen Mindestflughöhe (der zweite feine Unterschied). Und wenn Du in einem „direkt in der unmittelbaren Einflugschneise von Tempelhof“ gelegenem Hotel die Flieger bei offenem Fenster nicht gehört hast, dann lag das Hotel wohl doch nicht so direkt in der Einflugschneise.

Zu Deinen "fachkundigen" Bemerkungen in Sachen Umwelt hat Silenzio schon etwas geschrieben. Dem ist nichts hinzuzufügen. Und über den letzen Satz in Deinem Posting habe ich herzlich gelacht.
<sarkasmus an>
Lasst uns Flughäfen bauen, bis jeder einen vor der Haustür hat und nicht mehr mit dem Auto hinfahren muss!!! Dass jeder der dann zusätzlich startenden Flieger alleine bis zum erreichen der Reiseflughöhe mehr Treibstoff verbrät als jeweils alle normalerweise mit dem Auto am Flughafen ankommenden Passagiere, ist egal!
<sarkasmus aus>

Ich wünsche allen eine schöne Woche!
ND

blacky ( Gast )
Beiträge:

11.06.2009 15:00
#84 Fluglärm Zitat · antworten

Da hier gerade etwas Betrieb herrscht hänge ich mich doch einmal an diese Diskussion an...

Im Grunde war und bin ich kein Gegner des Flughafens Memmingen / Memmingerberg, allerdings schlägt diese Meinung zunehmend ins Gegenteil um. Wenn es denn wenigstens bei einem Start oder einer Landung in der Stunde bleiben würde, wäre das für mich ja durchaus annehmbar. Viel störender fällt mir in letzter Zeit ein "warmlaufen" oder was auch immer der Turbinen im 5-Minuten-Takt auf, das man sehr deutlich auch bis zu meinem Wohnort (Holzgünz) hören kann. Ein aufheulen der Turbinen für einige Sekunden, dann wieder ruhig. Am Nachmittag fällt es auf, da muss man es wohl ertragen, aber muss/darf das nach 23 Uhr in der Nacht auch noch sein?

Ich bin leider beim Thema Flugbetrieb nicht gut informiert, wollte nur einmal meine Beobachtung, sowie meine Einschätzung der Situation wiedergeben.

Forumbetreuer Offline

Administrator

Beiträge: 118

11.06.2009 23:49
#85 RE: Fluglärm Zitat · antworten

Aus der Änderungsgenehmigung für FMM:
"3.4 Triebwerksprobeläufe sind nur in der Zeit zwischen 06.00 Uhr Ortszeit und
22.00 Uhr Ortszeit zulässig.

In der Zeit zwischen 06.00 Uhr Ortszeit und 07.00 Uhr Ortszeit sowie zwischen
19.00 Uhr Ortszeit und 22.00 Uhr Ortszeit sind Triebwerksprobeläufe nur in be-
sonders begründeten Ausnahmefällen zulässig. Diese Fälle sind von der Air +
Park Allgäu GmbH & Co. KG zu dokumentieren."


Probeläufe nach 22 Uhr sind also absolut unzulässig. Ich würde Ihnen empfehlen, die auftretenden Fälle genau zu dokumentieren und sich damit per E-Mail, besser aber noch schriftlich an die üblichen Beschwerdeadressen zu wenden. Die Adressen finden Sie unter http://www.keinflugplatzmm-berg.de/fluglaerm.

Mit freundlichen Grüßen
Forumbetreuer

blacky ( Gast )
Beiträge:

12.06.2009 15:45
#86 RE: Fluglärm Zitat · antworten

Vielen Dank für die Informationen. Dachte mir doch, dass derartige Dinge nach einer gewissen Uhrzeit nicht mehr zulässig sind.

Werde das einmal weiter beobachten / dokumentieren und mich dann gegebenenfalls an die Beschwerdestellen wenden.

tcomster ( Gast )
Beiträge:

13.06.2009 13:13
#87 RE: Fluglärm, welcher fluglärm Zitat · antworten

Also wenn ein TGV oder ICE durchfährt ist dies deutlich lauter als eine startende Maschine.
Von Güterzügen möchte ich da gar nicht reden. Und der permanente Lärmpegel des Straßenverkehrs ist auch nicht zu unterschätzen.
Es war direkt die Einflugschneise von Tempelhof.
Hat mich echt gewundert, da ich Flugzeuge in den 70ern durchaus noch als lärmende Monster erlebt habe.

Flüge ab Memmingen sind nicht billiger als andere. Habe schon oft erlebt, daß ein Flug ab Stuttgart deutlich billiger war, als ab Memmingen. Das ein Stuttgarter nur wegen des Preises ab Memmingen fliegt ist absurd. Dafür sind die Kosten für die Fahrt nach Memmingen zu hoch.

Erstaunlich finde ich, daß auf das Lärmgefälle zwischen lauten Militärmaschinen und leisen Zivilmaschinen nicht eingegangen wurde. Ich war bei der Bundeswehr, ich weiß wie laut eine Transall oder ein Starfighter ist.
Für nahezu alle Anwohner gilt, der Flughafen war zuerst da und der Lärm hat sich in den letzten 30 Jahren extrem verringert. Wer seinerzeit wegen des Flughafens billigen Wohnraum erworben hat, darf sich jetzt nicht beklagen, daß sich der Lärm nur mehr als halbiert hat.

Sigi ( Gast )
Beiträge:

13.06.2009 17:15
#88 RE: Fluglärm Zitat · antworten

Hi Blacky,
ich würde die einzelnen Fälle nicht erst sammeln, sondern für jeden einzelnen eine Beschwerde losschicken. Möglichst noch Nachbarn mobilisieren, damit die das auch tun. Offenbar brauchen das die Herrschaften am Flughafen, damit sie merken, daß sie nicht tun und lassen können was sie wollen, sondern daß es ein paar Regeln gibt.

Gruß
Sigi

Silenzio ( Gast )
Beiträge:

14.06.2009 11:27
#89 RE: Fluglärm Zitat · antworten

Was soll das heißen der Flugplatz war zuerst da? Meine Vorfahren stammen aus dem Raum Memmingen und lassen sich dank Ahnenforschung bis ins 17. Jh. zurückverfolgen, da war das Fliegen noch gar nicht erfunden.

Der Wohnraum im Memmingen war nie billiger als in anderen Städten vergleichbarer Größe. Es ist ein Märchen, dass man in Memmingen, wegen dem Flugplatz, besonders billig Wohnungen und Häuser kaufen konnte.

Es ist zwar richtig, dass der direkte Lärm eines Tornados größer ist als der einer Passagiermaschine, aber insgesamt ist die Lärmbelastung eher gestiegen. In den Jahren vor der Schließung des Fliegerhorstes fand der militärisch Flugbetrieb von wenigen Ausnahmen abgesehen nur an Werktagen zwischen 9 und 16 Uhr statt. Außerdem war das Geschwader jeden Sommer jeweils für mehrere Wochen zu Übungszwecken auf Sardinen und in Kanada. Heute ist der Allgäu-Airport an 365 Tagen im Jahr von 6 bis 22 Uhr geöffnet und zum Teil finden Flüge auch noch zu späterer Stunde statt. Die Tornados sind früher direkt nach dem Start nach Südwesten abgedreht; Die Flugzeuge von TuiFly und Ryanair starten heute direkt nach Westen, so dass die Abflugschneise deutlich näher an der Stadt Memmingen liegt und auch Wohngebiete überflogen werden. Ein Auto ist eine Straße entfernt bereits nicht mehr zu hören, aber ein Flugzeug ist auch noch viele Kilometer entfernt deutlich hörbar.

Hinzu kommen die vielen Sportflugzeuge, die sich an keine Flugroute halten und in niedriger Höhe, kreuz und quer über die Dörfer Benningen, Ungerhausen, Memmingerberg, Hawangen, Trunkelsberg und die Stadt Memmingen fliegen. Die flugbegeisterten Unternehmer haben auch eine ganze Reihe von Privat- und Geschäftsjets auf dem Allgäu-Airport stationiert, die auch häufig in Gebrauch sind. Obwohl der Allgäu-Airport inzwischen ein rein ziviler Flugplatz ist wird er regelmäßig von Militärflugzeugen angeflogen. Nach dem Start fliegen die Transportmaschinen der Bundeswehr vom Typ Transall direkt über die Stadt Memmingen. Auch kommt es regelmäßig zu Überflügen von Transporthubschraubern der Bundeswehr.

Karl Offline

Mitglied

Beiträge: 20

14.06.2009 17:05
#90 RE: Fluglärm, welcher fluglärm Zitat · antworten

Zitat von tcomster
Den Flughafen gibt es seit 1935. Wer wie Sie über 70 ist, hat sicher bemerkt, daß der Fluglärm sich massiv verringert hat, seit die US Streitkräfte den Flughafen verlassen haben.
Der aktuelle Lärm ist nur noch marginal hörbar. Jeder Straße oder Eisenbahnlärm ist da deutlich lauter.
In den 70ern war ziviler Fluglärm noch ein Problem. Bei den heutigen zivilen Flugzeugen ist das nicht mehr der Fall.
Fluglärm war gestern.
Bei meinem letzten Urlaub in Berlin, war mein Hotel direkt in der unmittelbaren Einflugschneise von Tempelhof(damals noch offen).
Ich habe bei offenem Fenster geschlafen. Wenn nicht ab und der Schatten eines Flugzeuges zu sehen gewesen wäre, hätte man dies gar nicht bemerkt. Straßenlärm und S-Bahn waren da deutlich lauter.
Es hat seinen Grund, wieso es in Berlin so viele Unterschriften gab, den Flughafen in der Stadt zu behalten, anstatt in in die Brandenburgische Pampa zu verpflanzen.
BTW, auch hier in Ulm fliegen ab und an Hubschrauber oder Flugzeuge über die Stadt. Dabei ist der nächste Flughafen ewig weit weg.
Zum Thema Umwelt.
Da die regionalen Passagiere sonst ab Stuttgart, Friedrichshafen oder München fliegen müssen ist es ökologisch sicher sinnvoller, diese unsinnige Anreise im Umweltschädling Auto zu vermeiden.
Es ist unsinnig zu glauben, daß eine Reise nach Mallorca nicht gemacht wird, nur weil man ab Stuttgart, Friedrichshafen oder München fliegen muß.
Memmingens Flughafengegner sind demnach für eine Zerstörung der Umwelt durch endlose Autoanfahrten.


Dann brauchen wir halt noch eine S-Bahn, damit wir die Flugzeuge nicht mehr hören. Was für eine Logik ist das denn?

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